Christina Maria Schollerer wurde 1985 in München geboren, wuchs in Niedersachsen auf und lebt heute in Berlin. Nach ihrem Studium der Europäischen Medienwissenschaft ist sie heute als freie Autorin und Producerin, sowie als Akademische Mitarbeiterin an der Fachhochschule Potsdam tätig. Vom eigenen Kinderbuch bis zur transmedialen Bestsellerkampagne bewegt sie sich fließend zwischen den analogen und digitalen Medien, ihre große Leidenschaft gilt jedoch bei alldem immer dem Geschichtenerzählen.
2013 gewann Christina mit ihrem Team eine von zehn MOOC Production Fellowships des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft und iversity, mithilfe derer sie „The Future of Storytelling“ konzipierte und launchte, Deutschlands bis dato größten Massive Open Online Course (MOOC) mit inzwischen mehr als 90.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen weltweit.

Christina Maria Schollerer

Harry Potter und der Stein der Weisen

Harry Potter, Band 1: Harry Potter und der Stein der WeisenDie gesamte Harry-Potter-Serie, insbesondere Band 1-3, und noch spezieller: der erste Band, sind Schuld daran, dass ich bereits als Kind Autorin werden und meine eigenen Fantasiewelten erschaffen wollte. Ich halte Joanne Rowling zudem für eine unfassbar gute Autorin und Geschichtenerzählerin. Und den ersten Harry-Potter-Band noch immer für die beste Thriller-Krimi-Fantasy-Abenteuer-Komödien-Mischung, die ich je gelesen habe. Manche Autoren bewundere ich für ihre beeindruckende Sprache und ihren Stil; J.K. Rowling dagegen schafft es, als Autorin hinter ihren Figuren und Schauplätzen unsichtbar zu werden, die Geschichte zum Leben zu erwecken und diese wie ein unsichtbarer, warmer Wind in die Welt zu pusten. Und genau dadurch wird Sie für mich zu einer der größten Geschichtenzauberinnen, die ich kenne. Mal davon abgesehen, dass „Harry Potter und der Stein der Weisen“ einfach auch eine verdammt gute und spannende Geschichte ist, und wohl jeder HP-Fan sich schon einmal gewünscht hat, die Muggelwelt hinter sich zu lassen und endlich in der Winkelgasse seinen ganz persönlichen Zauberstab abzuholen.

Autorin: Joanne K. Rowling. Übersetzer: Klaus Fritz.

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On Writing

On WritingWenn ich ein einziges Buch über das Schreiben empfehlen müsste, wäre es dieses. Nicht unbedingt, weil die Schreibtipps hier so überragend originell, so kurz und bündig, oder so gut sortiert angeboten werden. Nein, das kann man Mr. King nicht gerade anlasten. Aber die Lust am Schreiben selbst und die Glaubwürdigkeit, mit der hier über das Schreiben gesprochen wird, führen dazu, dass ich sein Buch immer und immer wieder in die Hand nehme. Halb Autobiografie, halb Schreibratgeber, zeigt „On Writing“ an Stephen Kings eigenen Textbeispielen, was es für ihn heißt, gut zu schreiben. Dabei macht er dem Leser sogar frühere Fassungen seiner Texte zugänglich, zeigt Korrekturen und Überarbeitungen auf und bietet so einen beeindruckend tiefen Einblick in seine Schreib- und Arbeitsweise und sein gesamtes Leben, wie ich ihn so noch von keinem anderen bekannten Autor erfahren habe.

Autor: Stephen King

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Extremely Loud and Incredibly Close

Extremely Loud and Incredibly CloseWie unfassbar schön! Wie unfassbar traurig und herzzerreißend… Und wie unfassbar brutal gut geschrieben und konzipiert.
Dieses Buch zu lesen, war für mich Geschenk und masochistischer Akt zugleich. Es ist eine wunderbare Geschichte mit wundervoll feinsinnig und behutsam dargestellten Charakteren; allen voran Oskar Schell, dem wachen, mutigen und so empfindsamen neunjährigen New Yorker, der seinen Vater beim Zusammenbruch der Twin Towers verlor und mit dem Verlust auf seine Art umzugehen versucht. Und es ist gleichzeitig eines jener Bücher, die mich als Autorin nur seufzen und anerkennend nicken lassen, in der Einsicht, dass man hier ein absolutes Meisterwerk der Literatur vor sich hat, von dem man sich selbst in seiner Arbeit häufig so meilenweit entfernt fühlt, dass man für einen Moment wünschte, man wäre nicht über etwas derart Wundervolles gestolpert. Doch dieses Gefühl geht so schnell vorbei wie der bittersüße, zarte Sog dieser Geschichte und ihrer drei Handlungsstränge um sich greift und die Leser mit sich zieht in Foers Gesamtkomposition und das Spiel mit Sprache, Typografie … und Daumenkinos. Eine absolute Lese- und Erfahrungsempfehlung von mir für dieses Buch! Es hat mich tatsächlich einfach umgehauen.

Autor: Jonathan Safran Foer

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The Curious Incident of the Dog in the Night-time

Curious Incident of the Dog in the Night-TimeZu Deutsch: „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“ – ein Titel, den ich für diese Empfehlung erst recherchieren musste. Denn das Buch ist in Deutschland leider sehr viel unbekannter als in England und Irland, wo es mir im selben Urlaub gleich zweimal von Freunden (unabhängig voneinander) empfohlen wurde. Die teils komisch-skurrile, teils bittersüße Geschichte handelt von Christopher Boone, einem autistischen Teenager auf der Suche nach dem Mörder des Nachbarshundes. Erzählt aus seiner Perspektive, erleben wir Christophers Welt und seine abenteuerlichen Ermittlungen auf eine berührende und oftmals absurde Art und Weise. Da Christopher einerseits als Mathegenie gilt, andererseits menschliche Emotionen nur mithilfe von Schablonen lesen und verstehen kann, eröffnet sich dem Leser/der Leserin ein wundersamer Zugang zu einer Weltsicht und Persönlichkeit, die so anders und doch in keiner Weise „behinderter“ ist als ihr Umfeld, auch wenn dieses ihn das ab und an so gerne glauben machen will. Ein wunderschönes, warmes Porträt einer ganz besonderen Kinderseele – für Kinder wie Erwachsene geeignet.

Autor: Mark Haddon

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Von Liebe, Neugier, Prozac und Zweifeln

Von Liebe, Neugier, Prozac und ZweifelnDieser Roman der jungen spanischen Autorin Lucía Etxebarría ist eines meiner wenigen Lieblingsbücher, die ich nur ein einziges Mal gelesen habe. Während ich für die Empfehlung durch die Romanseiten blättere, frage ich mich ernsthaft, warum. Möglicherweise, weil sich die Geschichte darin wie ein Mosaik entfaltet, sich in ihren ganzen Facetten erst rückblickend zusammensetzt – und diese Erzählweise beim ersten Lesen die meiste Kraft entwickelt. Oder weil die Erzählung passagenweise nur schwer erträglich ist; so vermeintlich ehrlich, direkt und hart berichten die drei Protagonistinnen aus ihrem Leben. Im Zentrum der Geschichte stehen drei Madrider Schwestern, alle mit ihrem ganz eigenen, zunächst funktionstüchtigen Lebensentwurf und sehr unterschiedlichen Charakterzügen gesegnet (oder gestraft). Über die Jahre sind aus den einst engen Familienbeziehungen entfremdete, teils sogar antagonistische Bande geworden. Das Faszinierende und Grandiose ist hierbei für mich, wie Lucía Etxebarría es schafft, allen drei Schwestern eine durchweg individuelle Stimme zu verleihen – und dabei auf der anderen Seite mich als Leserin dazu bringt, mich mit allen Dreien gleichermaßen zu identifizieren. Ein wunderschönes Buch über das Leben, Familienbande und die Definition persönlichen Glücks… Ich selbst habe es damals als Geschenk von einer Freundin erhalten und würde es jederzeit zum Weiterverschenken empfehlen.

Autorin: Lucía Etxebarría