136. Fünf Bücher von Till Nassif

Till Nassif ist ein waschechter Bayer: Er wurde im oberfränkischen Coburg geboren, wuchs in Oberbayern auf und studierte in München an der LMU und der Deutschen Journalistenschule. Und so führte ihn auch seine journalistische Laufbahn zunächst zum Müchner Lokalradio und anschließend zum Bayerischen Rundfunk, bevor er sich schließlich journalistisch in neue Regionen wagte und beim WDR anheuerte. Dem Fernsehzuschauer ist der Deutsch-Syrer u.a. als Vertretung von Sven Lorig im ARD Morgenmagazin, sowie von Cosmo TV, Planet Wissen und quer bekannt. Auf unsere Bitte hin, die ihm wichtigsten fünf Bücher zu benennen, schrieb er uns:

Fünf Bücher – aber welche? Warum dieses Buch und nicht das andere? Wenn das eine, dann aber doch auch dieses! Und bei diesem ist die Sprache so toll, bei jenem die Geschichte… Als Ergebnis meiner Ratlosigkeit habe ich mich auf Bücher beschränkt, die ich immer wieder lesen würde und die ich auch schon verschenkt habe.

Till Nassif

Alle sterben, auch die Löffelstöre

Die Geschichte einer Sandkastenfreundschaft, Themen wie Liebe, Familie und Tod. Und das alles erzählt mit so feinen Beobachtungen des Alltags, dass ich an manchen Stellen einfach lachen musste. Die Sprache ist klar, präzise und unaufgeregt. Dieser Roman macht sich nicht groß und ist es für mich deswegen. Gerade habe ich festgestellt, dass „Alle sterben, auch die Löffelstöre“ mittlerweile wohl als Schullektüre eingesetzt wird. Selbst das könnte mir die Freude an diesem Buch nicht nehmen

Autorin: Kathrin Aehnlich

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Mitternachtskinder

Die meisten kennen Salman Rushdie wahrscheinlich wegen des Skandals um „Die Satanischen Verse“. Er ist aber kein Skandalautor, sondern einfach nur ein Erzähler, der mitreißt. „Mitternachtskinder“ – das sind die Kinder der Stunde Null, in der Indien seine Unabhängigkeit erlangt. Kinder mit ungewöhnlichen Fähigkeiten, deren Schicksal mit dem Schicksal des Landes verwoben ist. Beim Lesen habe ich das Gefühl, einem Geschichtenerzähler auf einem Bazar oder am Lagerfeuer zuzuhören. Politisch, aber auch magisch.

Autor: Salman Rushdie. Übersetzerin: Karin Graf.

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Die unendliche Geschichte

Warum ein Kinderbuch auf dieser Liste? Weil die Geschichten von Michael Ende für mich die Eintrittskarte in die Welt der Bücher waren. „Jim Knopf“, von meiner Oma Sonntag früh im Bett vorgelesen – daran werde ich mich mein Leben lang erinnern. „Die unendliche Geschichte“ konnte ich dann schon selber lesen – und habe es immer wieder getan. Beim ersten Mal war ich natürlich enttäuscht, dass das Buch im Gegensatz zum Versprechen des Titels dann doch irgendwann zu Ende war… denn welcher Leser wünscht sich das nicht, ein Buch, das niemals endet? „Wer niemals offen oder im geheimen bitterliche Tränen vergossen hat, weil eine wunderbare Geschichte zu Ende ging und man Abschied nehmen musste von den Gestalten, mit denen man gemeinsam so viele Abenteuer erlebt hatte, die man liebte und bewunderte, um die man gebangt und für die man gehofft hatte, und ohne deren Gesellschaft einem das Leben leer und sinnlos schien Wer nichts von alledem aus eigener Erfahrung kennt, nun, der wird wahrscheinlich nicht begreifen können, was Bastian jetzt tat….“ Na, Blut geleckt?

Autor: Michael Ende

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Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke

Da drückt ja jemand meine Gedanken und Gefühle aus – allerdings so, wie ich es selber nie könnte! In einer irgendwie einfachen und doch poetischen Sprache. Manchmal mit bösem Witz, manchmal unendlich traurig, aber immer berührend. Wer mit Gedichten sonst nicht so viel anfangen kann, sollte es unbedingt mit Erich Kästner probieren. Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen!

Autor: Erich Kästner

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Eine kurze Geschichte von fast allem

Ich bin kein begeisterter Sachbuch-Leser, aber dieses Buch ist so etwas wie das „Missing Link“: Das fehlende Bindeglied zwischen den Wissenshäuflein, die man in der Schule angesammelt hat. Die Geschichte der bahnbrechenden Erkenntnisse vom Urknall bis zur Entstehung des Menschen, erzählt als Geschichte von Forschern, ihrem Scheitern und ihren späten Triumphen. Und außerdem weiß Bill Bryson vom ersten Satz an, wie man Pointen setzt!

Autor: Bill Bryson. Übersetzer: Sebastian Vogel.

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Bild: Immo Fuchs Fotografie