67. Fünf Bücher von Juliane Weuffen

Juliane Weuffen ist im Netz besser als Rachel Lindenbaum bekannt und arbeitet unter „textblicke – Berlin ist textsicher“ als freiberufliche Texterin, Lektorin und Übersetzerin in Berlin. Auf Twitter ist Juliane unter @rachelzwitscher zu finden. Die „Tweschichten“ gehen ebenso auf ihr Konto wie die inzwischen fast legendären Twitterparties in Berlin.Die Liebe zu Büchern begann für Juliane schon vor dem ersten Schultag. An einem beliebigen Tag im Sommer vor der Einschulung wurde das Wort „Postamt“ zum Aha-Erlebnis. Danach konnte nichts mehr die Sucht nach dem geschrieben Wort stoppen. Während die anderen Kinder in der 1. Klasse mühsam „Mama im (Bild vom Garten)“ lasen, las Juliane unter der Bank „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen.“ von James Krüss. Mit 12 Jahren durfte sie ausnahmsweise als Kind in der Erwachsenenabteilung der örtlichen Bibliothek wildern, denn die Bücher der Kinderabteilung kannte sie fast alle. Neben dem Lesen schreibt Juliane gern. Ihr erstes Märchen inklusive eigener Illustrationen „erschien“ 1985 im engsten Familienkreis, sprich in Einzelausgabe. Heute schreibt sie in ihrem Blog über das Leben, Neukölln, Berlin, Männer, Frauen, Singles und andere Bekloppte. Vielleicht schreibt sie auch irgendwann mal ein Buch.

Juliane-Weuffen

Buddenbrooks

„Herrn Kesselmeyers Munterkeit aber kehrte bei dieser abschließenden und endgültigen Bewegung des Konsuls zurück…ja, sie nahm Überhand, sie überschritt alle Grenzen und wurde fürchterlich! […] „A-ahah!“ schrie er, dass seine Stimme sich überschlug… „Das finde ich höchst… höchst spaßhaft!“ [...]“
Was soll ich sagen? Ein Klassiker, dreimal gelesen und jedes Mal verschlungen.

Autor: Thomas Mann

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Mondscheintarif

„Wissen Sie“, pflegte Jo dann zu sagen, „Frauen und Männer werden erst an dem Tag wirklich gleichberechtigt sein, an dem auf einem bedeutenden Posten eine inkompetente Frau sitzt.“
Das Erstlingswerk von Ildikó von Kürthy und wie ich finde völlig zu Unrecht belächelt. Lesen sollte man es und herzhaft lachen. Ich kann es inzwischen fast auswendig.

Autorin: Ildikó von Kürthy

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Die Highland-Saga

„Wenn einmal der Tag kommt, an dem wir getrennt werden“, sagte er leise und sah mich an, „und meine letzten Worte sind nicht ‘Ich liebe dich’ – dann weißt du, dass es daran gelegen hat, dass mir keine Zeit geblieben ist.“
So krude die Story sein mag – es geht um Zeitreisen – sie funktioniert. Große Gefühle, edle Menschen, Krieg, Sex und die Lebensgeschichte mehrerer Menschen in bisher sieben Bänden mit je etwa 1200 Seiten. Es sind historische Romane, aus denen man viel über das alte Schottland und das noch ganz junge Amerika erfährt, aber auch über Medizin in früherer Zeit. Für handgeschnitzte Romantik-Säue und geschichtlich Interessierte ein Leckerbissen.

Autorin: Diana Gabaldon. Übersetzerinnen: Elfriede Fuchs, Maya Ubik.

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Die Vereinigung jiddischer Polizisten

„Was sind das für Leute?“, sagt Hertz Shemets. „Das sind Jids. Jids mit einem Plan. Ich weiß, das ist eine Tautologie.“
Ganz neu in meinem Regal und für sehr gut befunden. Michael Chabon hat nicht nur einen unaufgeregten Krimi abgeliefert, sondern auch mal eben die europäische und amerikanische Geschichte umgeschrieben: Palästina ist das Land der Araber, Israel wurde nie gegründet und die Flüchtlinge von dort und aus Europa wurden in Alaska angesiedelt, weil sie in Amerika nicht willkommen waren. Den Bundesstaat bekommen die Juden als 50 Jahre währende Leihgabe. Kurz vor der Rückgabe des Landes entspinnt sich eine Verschwörung, in der es um nicht mehr als einen toten Junkie und nicht weniger als den Messias geht.

Autor: Michael Chabon. Übersetzerin: Andrea Fischer.

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Die Macht und die Liebe

Ein furchtbarer Titel für ein großartiges Buch. Auch das Cover ist ganz schrecklich und erinnert eher an einen dieser Historical-Liebesromane. Im Original heißt es „The First Man in Rome“, was wesentlich präziser ist. Es geht um die ewige Konkurrenz zwischen Gaius Marius und Marius Sulla. Ersterer wurde berühmt als der Konsul, der für das Römische Imperium Nordafrika eroberte und die Germanen schlug, letzterer stand zeitlebens in seinem Schatten.
Ein historischer Roman, der über die Lebensumstände der alten Römer ebenso informiert wie über die Familienverhältnisse der Julier (aus denen auch Julius Cäsar hervorging) und die ewigen Ränkeleien um die Macht und die Liebe. Insofern passt der Titel doch irgendwie.

Autorin: Colleen McCullough. Übersetzerin: Verena Koch.

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