45. Fünf Bücher von Anette Göttlicher

Wie es Anette Göttlicher schafft, ihre vielseitigen Interessen und Talente unter einen Hut zu bringen? Ganz einfach: Mit viel Herz und Hingabe. Beides braucht die Münchnerin auch, denn sie ist in Personalunion Romanautorin, Journalistin, Fotografin und Mutter zweier kleiner Kinder.

Anette-Goettlicher

Die Brüder Löwenherz

Dieses Buch führte mich als Kind an zwei ganz wichtige Bereiche des Lebens heran – den Tod und das Vertrauen. Auch heute noch denke ich beim Thema Sterben und Tod immer an dieses Buch. Und damit nicht genug: Für mich war „Die Brüder Löwenherz“ ein Grund, zwei Kinder zu bekommen und es nicht bei einem Einzelkind zu belassen.

Autorin: Astrid Lindgren. Illustrator: Ilon Wikland. Übersetzerin: Anna-Liese Kornitzky.

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Die endlose Steppe

Eigentlich auch ein Jugendbuch. Ich weiß nicht, wie oft ich es gelesen habe. Es beschreibt die Verschleppung einer jüdischen Familie aus Polen nach Sibirien und ihr Leben dort, mit Zwangsarbeit, Armut und Demütigung. Für mich das beste aller (Jugend)bücher, die sich mit dem Thema Drittes Reich beschäftigen. Ich weiß noch, wie mir mein Brot zum Abendessen plötzlich viel besser schmeckte, nachdem ich das Buch gelesen hatte.

Autorin: Esther Hautzig. Übersetzerin: Ulrike A. Pollay.

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Die Wand

Ein Buch, das ich mit zwölf Jahren aus dem Regal meiner Eltern „entwendete“ und heimlich unter der Bettdecke las. Damals faszinierte mich vor allem die Vorstellung dieser unsichtbaren, plötzlich aus dem Nichts aufgetauchten Wand, die die Protagonistin von der Außenwelt abschottet und hinter der alles Leben einfach „eingefroren“ ist. Zehn Jahre später schrieb ich meine Magisterarbeit über Marlen Haushofers Romane und sezierte das Buch auf wissenschaftliche Weise, ohne dass es etwas von seiner Faszination auf mich einbüßte.

Autorin: Marlen Haushofer

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Mitten ins Gesicht

Die wahre Geschichte eines Mannes, der seine Frau und die Mutter seiner kleinen Tochter durch Brustkrebs verliert. Er ist ein Weiberheld, ein Angeber, ein Macho und oft genug ein Arschloch. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen? – wirkt er sympathisch und vor allem authentisch. Das Ende hat mich so zum Heulen gebracht, dass ich meine Abendverabredung absagen musste.

Autor: Kluun (Raymond van de Klundert)

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Ich bin nicht Ottilie

Eine meiner Lieblingsautorinnen, die ich zunächst über ihre wissenschaftliche Beschäftigung mit Goethe und Schiller kennen lernte. Ihr Roman beschreibt das Leben einer Frau zwischen zwei Männern in der ehemaligen DDR. An Sigrid Damms Stil muss man sich erst gewöhnen, aber in ihrem Buch steckt sehr viel Lebensweisheit, ich greife es mir immer wieder mal, schlage es wahllos irgendwo auf und lese ein paar Seiten. Fast immer kann ich mir etwas herausziehen, was zu meiner aktuellen Lebenssituation passt.

Autorin: Sigrid Damm

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