113. Fünf Bücher von David Gray

David Gray ist das Pseudonym eines deutschen Journalisten und Drehbuchautors. 1970 in Leipzig geboren, teilt Gray heute seine Zeit zwischen Leipzig, Hamburg und Dublin auf. Er ist als Film, Theater- und Kunstkritiker für verschiedene Zeitungen und Onlinemagazine tätig. Neben Geschichte und Philosophie begeistert er sich für Kriminalromane und Thriller der härteren Sorte. Seine Biographie umfasst längere Aufenthalte in Südostasien, Großbritannien und Irland. Seine gewöhnlich zu knapp bemessene Freizeit verschwendet er gerne bei Boxkämpfen, dem Bergsteigen und Segeln. Gray gilt als einer der erfolgreichen so genannten Indie-Autoren. Er betreibt einen Blog, auf dem er regelmäßig über seine Erfahrungen als Indie–Autor berichtet und Praxistipps für angehende Kollegen postet.

David Gray

Menschen in finsteren Zeiten

Dieses Buch wurde mir vor Jahren von einem Freund empfohlen. Es enthält Essays und Porträts, die Hannah Arendt zu so ganz verschiedenen Persönlichkeiten wie Rosa Luxemburg, Tania Blixen, oder Angelo Roncalli, einem christlichen (!) Papst, verfasste. Besonders beeindruckt bin ich immer wieder von einem in diesem Band enthaltenem Text in dem Hannah Arendt eine Untersuchung darüber anstellt, ob Goethes Diktum von den Dichtern, deren Sünden angeblich weniger schwer wiegen, als die gewöhnlicher Leute, auch auf den Fall eines gewissen Herrn Brecht anzuwenden sei.

Autor: Hannah Arendt. Übersetzer: Ursula Ludz, Meino Büning, Wolfgang von Einsiedel, Hellmut Jaesrich.

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Schande

Dieses Buch ist neben seiner Eigenschaft als psychologische Studie über Macht, Gewalt und stillschweigender Vergebung, einer der besten Romane, die je geschrieben worden sind. Zu beneiden, all jene, die bislang noch nicht die Gelegenheit hatten dieses Buch zu lesen, denn ihnen steht eines der großartigsten Leseerlebnisse, welches uns das ausgehende 20. Jahrhundert bescherte, immer noch bevor.

Autor: J.M. Coetzee. Übersetzerin: Reinhild Böhnke

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Anils Geist

Was diesen Roman so außerordentlich macht, ist seine poetische Sprache. Was ihn über andere stilistisch brillante Romane hinaushebt, ist das Einfühlungsvermögen in die Menschen Südostasiens, das sich auf jeder seiner Seiten zeigt. Schon allein die kurze Anfangsszene gehört, trotz ihrer unterschwelligen Härte zum Berührendsten, was ich je gelesen habe.

Autor: Michael Ondaatje. Übersetzerin: Melanie Walz

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From Hell

Irgendein Kritiker bezeichnete „From Hell“ einmal als einen „perfekt erfundenen Alptraum“. “From Hell” ist eine so genannte Graphic Novel und in der Gesamtausgabe ungefähr so handlich wie ein New Yorker Telefonbuch. Erzählt wird darin eine höchst komplexe Geschichte um den berühmt berüchtigten Mörder „Jack the Ripper“. Falls es neben den Nikopol-Alben von Enki Bilals auch nur einen weiteren Comic für Erwachsene gibt, dann ist dies Moores und Campbells Meisterwerk „From Hell“.

Autor: Alan Moore, Eddie Campbell. Übersetzerin: Gerlinde Althoff.

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Farm der Tiere

Enthält den Satz: „Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher“. Mehr braucht es gar nicht, um Orwells märchenhafte Fabel über die Gefahren des Totalitarismus anzupreisen.

Autor: George Orwell. Übersetzer: Michael Walter.

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