133. Fünf Bücher von Tom Hillenbrand

Tom Hillenbrand kocht und isst für sein Leben gern. Der Wirtschaftsjournalist will stets wissen, wo unser Essen herkommt und wie die globale Nahrungsökonomie funktioniert – was ihm mitunter den Appetit verdirbt. Seine Recherchen verarbeitet er zu kulinarischen Krimis. In seinen Büchern kämpft der Luxemburger Koch Xavier Kieffer gegen die ruchlose Lebenmittelindustrie. Wenn er nicht gerade Krimiplots entwirft, schreibt Hillenbrand Kolumnen, Reportagen und Essays für “Spiegel Online”, “Business Punk” und andere Medien.

Tom Hillenbrand

Cthulhus Ruf (in Cthulhu: Geistergeschichten)

Kaum etwas habe ich so oft gelesen wie die Geschichten dieses Meisters der Phantastik. Oft unterschätzt, weil er kaum Romane geschrieben hat, sondern fast ausschließlich Kurzgeschichten. Lovecrafts Horror kommt ohne Splatter und Effekthascherei aus, was seine Geschichten nur noch grauenvoller macht. “Cthulhus Ruf“ ist eine der besten.

Autor: H.P. Lovecraft. Übersetzer: H. C. Artmann, Gerald Bissinger.

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Die Vereinigung jiddischer Polizisten

Israel ist implodiert und die neue jüdische Diaspora befindet sich in Alaska, wo die frozen chosen bei Kreplach und Salzgurken vor sich hinbibbern. Ein irrwitziges Szenario – und es ist ja nur der Hintergrund für einen wirklich spannenden Krimi a la Raymond Chandler. Statt Mafiosi gibt es kriminelle Rabbis, und der prospektive Messias taucht auch irgendwann auf.

Autor: Michael Chabon. Übersetzerin: Andrea Fischer.

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Der Untertan

Niemand hat den Mechanismus des Katzbuckelns vor den Oberen und des gleichzeitigen Tretens nach unten präziser beschrieben als Heinrich Mann. Ein Buch, das ich immer wieder lese – zumal es nicht nur brilliant geschrieben, sondern auch saukomisch ist.

Autor: Heinrich Mann

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Der Goldene Kompass (His Dark Materials: Band 1)

Fantasy hat meist wenig Tiefgang, umso großartiger finde ich, dass Pullmann es geschafft hat, eine spannende Abenteuergeschichte über ein durch die Dimensionen reisendes Mädchen mit Fragen der Quantenphysik und der Gnostik zu verknüpfen. Man kann die “Dark Materials”-Trilogie wegen der spannenden Story lesen, aber auch wegen der religionsphilosophischen Aspekte. Pullman bietet eine (deprimierende) Antwort auf die Frage, was eigentlich mit Gott los ist.

Autor: Philipp Pullmann. Übersetzer: Wolfram Ströle, Andrea Kann.

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Diamond Age

Eine der brillantesten technologischen und gesellschaftlichen Visionen der jüngeren Science-Fiction-Literatur. Von Nanotech über medialen Burnout bis zum Ende des Nationalstaats – hervorragend recherchiert und außerordentlich scharfsinnig skizziert. Mein derzeit liebster Science-Fiction-Autor, der Asimov des 21.Jahrhunderts.

Autor: Neal Stephenson.

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Bild: Benne Ochs