139. Fünf Bücher von Marjana Gaponenko

Marjana Gaponenko wurde 1981 in Odessa am Schwarzen Meer geboren und lebt heute in Mainz. Sie nahm privaten Sprachunterricht und schreibt seit ihrem 16. Lebensjahr auf Deutsch. Langjährige Aufenthalte in Krakau und Dublin. 2010 erschien ihr erster Roman Annuschka Blume im Residenz Verlag. Ihr zweiter Roman Wer ist Martha? erscheint im August 2012 im Suhrkamp Verlag. Als leidenschaftliche Büchersammlerin denkt sie mit Schaudern an den Tod, der sie von ihrer Bibliothek eines Tages trennen wird.

Marjana Gaponenko

Über die Einsamkeit

„Ein Buch über den Wert der Einsamkeit deucht mir ein nicht unbeträchtlicher Beitrag zu einer praktischen Untersuchung über menschliche Glückseligkeit“ - In diesem dunkelbraunen Buch mit abgestoßenem Lederrücken zu blättern ist eine wahre Wohltat. Es ist ein Rätsel, wie der leidenschaftliche Eremit und der spätere Gegner der Aufklärung Zimmermann im späten 18. Jahrhundert es schaffte, Generationen für die schöpferische Einsamkeit als Lebenshaltung zu begeistern. Laut Zimmermann gewährt die Einsamkeit dem Individuum ein Leben in Würde, Herzens- und Charakterbildung, Mut zum Selbstgenuss, Kraft zum Erkennen des Kleinen, Stillen und Wesentlichen. Man lernt über die Vorzüge der wahren Einsamkeit, über die Nachteile der falschen Einsamkeit und die Gefahren der geselligen Einsamkeit.

Autor: Johann Georg Zimmermann

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Das Gilgamesch-Epos

„Mein Freund, mein Geliebter, ward zu Lehm, werde ich selber auch – werde ich ruhen wie er, und nicht mehr aufstehen?“ – Mit der Entdeckung des gestirnten Himmels wurde die Notwendigkeit des Glaubens an die Transzendenz des Lebens der Menschheit in die Wiege gelegt. Damals wie heute stehen wir staunend da, nicht klüger als Gilgamesch, der mächtige König von Uruk vor 5000 Jahren.

Autor: Stefan M. Maul

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Die schönste Geschichte der Tiere

„Wenn wir die Tiere kennen lernen wollen, müssen wir uns zwangsläufig selbst hinterfragen, unseren Ursprung, unsere Zukunft, wir müssen unseren Platz in der Natur mit größerer Bescheidenheit neu entdecken.“ – Nach dem Interview mit den drei Wissenschaftlern Pascal Picq, Jean-Pierre Digard und Boris Cyruinik sieht die Welt völlig anders aus. Man fühlt sich reicher durch die Erkenntnis dass wir nicht die Auserwählten sind. Man sieht klarer, welches Erbe wir mit unseren großen Brüdern teilen. Man ist übermannt von Verantwortungsbewusstsein der Schöpfung gegenüber.

Autoren: Pascal Picq, Jean-Pierre Digard, Boris Cyrulnik, Karine L. Matignon.

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Die curieuse Reiterfibel

„Sie sind samt und sonders erfunden. Folly und die Kinder, Julchen und Krümel, die Pferde und überhaupt alles. Ich selbst bin auch erfunden. Nur die leere Reitbahn und die Stallmeister sind echt. Doch irgendwo und irgendwann, nicht wahr, Ihr Freunde, können wir doch Wirklichkeit werden“, schreibt der Pferdefreund Clemens Laar 1951 im Nachtrag zu seiner Reiterfibel und erhängt sich wenige Jahre später nach einem Pferdesturz auf dem Balkon seiner Berliner Grunewald-Villa. Ich möchte an Clemens Laar glauben und daran, dass die artenübergreifende Humanität, von der in seinen zahlreichen Büchern schrieb, wahr war, so wahr, dass sie den umstrittenen Schriftsteller von seinem traurigen Ende freispricht, in den Sphären, in denen wir alle Wirklichkeit werden.

Autor: Clemens Laar

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Anspannen und Fahren

„Sechsspännig zu fahren ist durchaus kein Kunststück, wenn man richtig vierspännig fahren kann.“ – Wer in die Fußspuren des großen Benno von Achenbach tritt, wird die Leinen immer in einer Hand halten, selbst dann wenn der morsche Atem des Abgrundes ihm ins Gesicht weht. Für mich als angehende Fahrerin ist dieses Buch mit den sieben Grundsätzen der darin beschriebenen Fahrlehre von großem Wert. Wer das Gespannfahren sicher und pferdeschonend lernen möchte, richtet sich seit hundert Jahren nach Achenbach, der in einfacher Sprache und altdeutscher Frakturschrift zeigt, wie man dem Automobil und der Eisenbahn mit selbstverständlicher Eleganz den kerzengeraden Rücken kehrt.

Autor: Benno von Achenbach

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