Lena Ostermann

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Lena Ostermann hat ihre deutsche Heimat im schönen Franken in der Nähe von Nürnberg und studierte Angewandte Kulturwissenschaften in Lüneburg. Nach einem Zwischenstopp in Oslo ist sie nun in Uppsala gelandet. Als Teenager hatte sie einen ersten Nebenjob in der örtlichen Stadtbücherei und wollte unbedingt Bibliothekarin werden. Zurzeit arbeitet sie beim schwedischen Filminstitut und engagiert sich nebenbei beim Uppsala International Short Film Festival, wo sie Filme für den internationalen Wettbewerb sichtet. Neben trefilmer.se betreibt sie einen schwedischsprachigen Film- und Kulturblog.

Lena Ostermann

How To Be a Woman

How to be a woman„How to be a Woman“ ist das Buch aus dem ich zur Zeit am häufigsten zitiere: „What is feminism? Simply the belief that women should be as free as men, however nuts, dim, deluded, badly dressed, fat, receding, lazy and smug they might be.“ Caitlin Moran bringt die Frage warum jede Frau (und jeder Mann) Feministin sein sollte mit so derartig viel Humor auf den Punkt das ich mich bei erneuter Lektüre jedesmal wieder schlapp lache. Pflichtlektüre für alle Frauen, und ebenso für alle Männer die mindestens eine Frau (Mutter Tochter Freundin Schwester Kollegin Bekannte Lebensgefährtin Oma) in ihrem Leben gerne haben.

Autorin: Caitlin Moran

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Persuasion

PersuasionJane Austen war meine grosse Leidenschaft während des Studiums. Natürlich wäre es einfacher gewesen, hier Jane Austens „Gesammelte Werke“ zu nennen als mich auf einen ihrer sechs Romane zu beschränken. Und während „Pride and Prejudice“ der Titel ist, der mir per Automatismus am leichtesten von der Feder gerutscht wäre (ich schrieb meine Magisterarbeit über Mode in Kostymdramen am Beispiel von Stolz und Vorurteil), so ist doch „Persuasion“ das Werk in dem ich mich selbst am meisten wieder finde, und deswegen auch das Buch dass ich am allerliebsten immer wieder lese.

Autorin: Jane Austen

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Yonder

YonderDer Punkt der mir in sämtlichen „Meine Freunde“-Ausfüllbüchern immer am schwersten viel war „mein Vorbild“ oder „mein Idol“. Würde man mich heute fragen wäre Siri Hustvedt meine erste Antwort – nicht weil ich so gerne Romane schreiben möchte, sondern weil mich ihre unbeirrbare Überzeugung, alle möglichen und unmöglichen Interessensgebiete zu verfolgen und miteinander zu verknüpfen, unglaublich inspiriert. Ich möchte mich nicht geistig in ein ganz kleines Spezialgebiet vergraben und darüber den Rest der Welt vergessen, nein, ich möchte meinen Horizont ständig erweitern, und dazu regen mich Siri Hustvedts Essaysammlungen an. Ich wünschte mir wirklich ich hätte „Yonder“ zu Beginn meines Studiums gelesen und nicht erst drei Jahre danach. Die leichte, unangestrengte Art Kunst, Literatur, Kultur miteinander und mit verschiedenen Wissenschaften zu verweben macht „Yonder“ ebenso wie die aktuelle Essaysammlung „Living Thinking Looking“ zu einer richtigen Lesefreude, zu Büchern die ich immer wieder gerne zur Hand nehme.

Autorin: Siri Hustvedt

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Kejsarn av Portugallien

Kejsarn av Portugallien / LättlästSelma Lagerlöfs „Der Kaiser von Portugallien“ war für mich der Einstieg zur grossen, klassischen schwedischen Literatur kurz nach meinem ersten langen Aufenthalt in Schweden. Ich fühlte mich der Sprache endlich mächtig, wollte mich selbst herausfordern – und wurde reich belohnt. Der Roman erzählt die Geschichte eines armen Mannes der erst mit der Geburt seiner Tochter Liebe und Glück empfinden kann. Über das Familiendrama mit der Relation zwischen Vater und Tochter im Mittelpunkt der Erzählung hinaus gab mir Selma Lagerlöf vor Allem einen grossartigen Einblick in den harten Alltag armer Leute in Värmland in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihre Sprache lässt diese Menschen und ihr Leben mir wirklich nahe kommen, das grosse Glück ebenso wie der grossen Wahnsinn, die bedingungslose Liebe ebenso wie die tiefe Verzweiflung. Immer wieder suche ich seitdem Literatur die mir die Geschichte meiner Wahlheimat näher bringt, aber kein Buch hat mich berührt wie dieses.

Autorin: Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf

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Gedichte

gedichteIm Frühjahr 2001 wurde ich 18. Ungefähr da ging die Freundschaft zu meiner allerbesten und -engsten Freundin in die Brüche und ich fühlte mich unglaublich einsam. Ebenfalls zeitgleich nahm ich an einem deutsch-tschechischen Theaterprojekt teil. Das Projekt hiess „Der Doppelgänger“ und Ziel war es, sich mit Hilfe der Gedichte eines – uns unbekannten – Dichters dessen Biografie zu nähern und so ein Theaterstück zu erarbeiten. Der Dichter, erfuhren wir zum Ende des Projekts, war Reiner Kunze. Diese eine Woche intensiven Arbeitens in einem völlig anderen kulturellen Zusammenhang, mit neuen Bekannten und kreativen Aufgaben, gab mir neue Perspektiven und liess mich meine gefühlte Einsamkeit für eine Weile vergessen. Reiner Kunzes bildreiche und prägnante Lyrik ist für mich bis heute ein Zufluchtspunkt, ein mentaler Ort der Stille und Klarheit.

Autor: Reiner Kunze

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