Ina Steinbach

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Ina SteinbachIna Steinbach ist bekennende PR-Tante, derzeit bei Amazon in München, ab Juli baut sie bei einem US-Unternehmen aus der Personalbranche in Düsseldorf die Pressestelle auf. Nach 12 Jahren Hamburg war München ein zu großer Kulturschock, weshalb sie gerade mit Sack, Pack und Freundin nach Köln weiterzieht. Das heißt, dass sie wieder die Diskussion mit ihrer besseren Hälfte führen darf, ob man Bücher wegwerfen darf oder nicht. Das wird ganz toll. Neben Umziehen mag Ina Filme, Serien und Borussia Dortmund ein bisschen zu viel und twittert da auch viel zu viel drüber.

1984

1984Wenn mich jemand nach meinem einen Lieblingsbuch fragt, ist es 1984 von George Orwell. Zweifellos am häufigsten gelesen, erstmals irgendwann am Ende der Grundschule. Ich war nämlich ein widerliches Streber-Kind und habe alles gelesen, was nicht bei 3 auf den Bäumen war. Ich habe mir mal die Nase angebrochen, weil ich beim Lesen auf den Schulweg hingeflogen bin! Meine Mama erzählt das heute noch gerne und oft. Dieses Buch ist alles, es ist ein Klassiker, es verliert niemals seine Aktualität, es spielt brillant mit Sprache und kann drei Millionenmal gelesen werden, ohne jemals nicht mehr gut zu sein.

Autor: George Orwell. Übersetzer: Michael Walter.

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The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy Als Kind war ich ein ziemlicher SciFi Nerd, hab wahrscheinlich alles von Isaac Asimov gelesen und natürlich The Hitchhiker’s Guide to The Galaxy von links, rechts, quer und nochmal von vorne. Bis meine Freunde mir das Ganze als spektakulär schweren Sammelband schenkten, der im Regal total toll aussieht, aber kein einziges Mal gelesen wurde. Hab es mir jetzt als eBook gekauft. Damit besitze ich alle Bände in mindestens 5 Varianten, was ich von keinem anderen Buch behaupten kann. Das nächste Mal lese ich es im Urlaub. Auf meinem Handtuch. Don’t panic!

Autor: Douglas Adams

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Redefining Realness: My Path to Womanhood, Identity, Love & So Much More

Redefining Realness Dieses Buch ist in dieser Liste, damit ihr es lest. Die Autobiographie von Transgender-Aktivistin Janet Mock ist ein augenöffnendes Buch – ehrlich, direkt, nichts ist geschönt, oft trifft es genau in die Magengrube, und am Ende fühlt man sich genau so stark und selbstbewusst und stolz wie Mock. Sie spannt meisterhaft den erzählerischen Bogen so, dass sich jeder wiederfindet, ungeachtet der eigenen Geschlechteridentität, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung. Ein kraftvolles Buch, das mir trotz jahrelanger aktiver Mitarbeit in einer LGBTIQ-Organisation erst richtig die Augen öffnete für die „T“-Themen des Regenbogens – ich glaube ehrlich, dass das fast jedem nach der Lektüre so gehen wird. Und danach folgt ihr Janet Mock vermutlich auch auf Twitter, was sich ebenfalls lohnt.

Autorin: Janet Mock

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Lost Prophet: The Life And Times Of Bayard Rustin

Lost Prophet - Bayard RustinBeim Anblick dieser wundervollen Biografie des nahezu unbekannten Weggefährten von Martin Luther King verblasst langsam das leichte Schaudern. Warum Schaudern? Hier ein Bild des Buchs, wie es noch heute in meinem Regal steht:
Für ein Referat in US-Geschichte stieß ich auf die Biografie von Historiker John D’Emilio, die sich wie fast alle seiner Werke wie ein Roman liest. D’Emilio beschreibt die faszinierende Lebensgeschichte von Bayard Rustin, eine prägende Gestalt der Bürgerrechtsbewegung, die dennoch kaum jemand kennt. Bayard Rustin war recht offen schwul und damit ein Risiko in den zutiefst homophoben 50ern/60ern. Eine wirklich spannende Geschichte – leider war mein Ansatz, die Biografie für meine Magisterarbeit irgendwo zwischen Geschichte, Gender Studies und Soziologie zu verordnen, nicht ganz so spannend und trieb mich in den Wahnsinn. Den Vorschlag des Profs, daraus doch eine Dissertation zu machen, lehnte ich ab und rannte ins Berufsleben. Ich glaube, 9 Jahre nach Abgabe könnte ich es nun endlich wieder lesen. Weniger Traumatisierte sollten es in jedem Fall tun.

Autor: Bayard Rustin

Fever Pitch

Fever Pitch Ich las das Buch 2010, als Teil meines Projekts „Wie werde ich Fan von Vereinsfußball“. Ja, wirklich. Wie gut das so funktionierte, lässt sich in meinem derzeit brachliegenden Blog in den Beiträgen zwischen 2010-2013 nachlesen. Ich sag mal so, wenn ich jetzt nach Köln ziehe, trage ich mich wohl auf die Warteliste für eine Dauerkarte beim BVB ein. Ja, so schlimm. Als ich „Fever Pitch“ las, auf vielfache Empfehlung von zahlreichen Fußballfans, war ich noch vollkommen befremdet. Als ich es 5 Jahre später wieder las, verstand ich auf einmal fast jedes Wort. Der BVB hat mich in kurzer Zeit aufgesogen wie eine Großfamilie. Fußball verdirbt mir die Laune, macht sie besser, diktiert zumindest teilweise die Wochenendplanung und geht, glaube ich, so schnell nicht wieder weg. Und genau das beschreibt Nick Hornby in seinem Buch geradezu perfekt.

Autor: Nick Hornby. Übersetzer: Ingo Herzke

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