Anett Gläsel-Maslov

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Anett Gläsel-MaslovAnett Gläsel-Maslov macht beruflich PR & Social Media für Metaio. Privat organisiert sie den Social Media Club München mit und ist eine Digital Media Woman. Seit ihrer Kindheit liebt Anett Bücher und so besuchte sie in ihrer Nähe jedes Literaturfest und jede öffentliche Lesung. In Leipzig geboren und aufgewachsen, ließ sie natürlich auch keine Leipziger Buchmesse aus. Die Liebe zum Buch war es dann auch, die sie zunächst als Praktikantin in der Presseabteilung der Leipziger Buchmesse 2009 und danach als Pressereferentin für das Tübinger Bücherfest tätig werden ließ.

Am liebsten liest Anett Romane mit viel Tiefgang und Geschichten von starken Frauen auf Abwegen und Umwegen. Nachdem sie sich den überwiegenden Anteil ihres Lebens gegen Krimis und Thrillers gewehrt hat, kommt mit dem Alter langsam die Neugier auf Science Fiction und Verbrechen.

Weil Anett stets mehr Bücher lesen wollte, als sie Zeit hatte, ruft sie im Sommer 2011 die Facebook-Seite „Stapel ungelesener Bücher“ ins Leben, mit der Idee, dass Menschen mit dem gleichen “Problem” sich dort treffen und einander gegenseitig vom immer größer werdenden Stapel in der heimischen Zimmerecke berichten können. Schnell wächst die Seite auf über 3000 Fans an – kaum jemand, der nicht einen solchen Stapel sein Eigen nennen würde. Wer Lust hat, Anett bei der Betreuung der Seite zu helfen, darf sich gerne bei Ihr melden!

Seit ihrer Kindheit ist Anett übrigens davon überzeugt, dass sie irgendwann in Schweden in einem roten Bullerbü-Haus mit angrenzendem See leben und als Autorin ein unbeschwertes, ruhiges Leben führen wird. Da Schweden aber noch etwas auf Anett warten muss, hat sie zusammen mit Meike Leopold, Björn Eichstädt und weiteren Autoren an einem Erste Hilfe-Ratgeber für Social Media Manager geschrieben, der Anfang Oktober erschienen ist

Corpus Delicti

Corpus DelictiInfiziert mit Juli Zeh’s Literatur wurde ich vor allem dadurch, dass Zeh am Deutschen Litaturinstitut in meiner Heimatstadt Leipzig studierte, politisch Anfang der 2000er Jahre sehr präsent war und eine meiner besten Freundinnen mich dazu brachte ihre Texte zu lesen. Jeder neue Roman, der erschien wurde praktisch am Stück von mir verschlungen. Für meine Magisterarbeit entschied ich mich Juli Zehs „Corpus Delicti“ mit Aldous Huxley’s „Brave New World“ als Dystopien miteinander zu vergleichen. Mich faszinierte an Zehs Text vor allem dieses Zu-weit-Gehen, das Grenzen-Überschreiten, der irre Gesundheitswahn, das Entziehen der Freiheit des Einzelnen zugunsten der Gemeinschaft sowie ihr Sprache, die vor Metaphern einfach überschwappt:

„Es gibt Momente, in denen die Zeit stehenbleibt. Zwei Menschen sehen einander in die Augen: Materie, die sich selbst anklotzt.“

Und was ich noch sagen wollte: Liebe Juli Zeh, danke, dass Du mich bei meinen Recherchen unterstützt hast, danke für unseren Austausch! Dein Belegexemplar meiner Magisterarbeit wartet seit einigen Jahr in meinem Bücherregal auf Dich und wenn Du Lust hast, komm‘ mal vorbei.

Autorin: Juli Zeh

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Das Herzenhören

Das HerzenhörenIrgendwann habe ich aus purem Aktionismus mal einen Literaturkreis in Reutlingen gegründet, der sich in unregelmäßigen Abständen in heimeligen Cafés traf. Daran nahm auch eine sehr patente ältere Dame um die 70 teil, die praktisch jedes Buch, das es auf Deutsch gibt, gelesen haben muss. Sie empfahl mir „Das Herzenhören“ mit den Worten: „Anett, dieses Buch wirst du niemals vergessen. Es wird dich für den Rest deines Lebens begleiten.“ Und genau so ist es. Die Geschichte des blinden Tin Win und der behinderten Mi Mi – sie seine Augen, er ihre Füße – die Liebe, die bis zum letzten gemeinsamen Herzschlag währt und die Reise in die Kultur Birmas – das alles begleitet mich heute noch.

„Wenn er wollte, würde sein Herz aufhören zu schlagen, so wie die Augen aufgehört hatten zu sehen, im tiefsten Inneren Ihrer Seele ahnte sie, dass er so und nicht anders sein Leben eines Tages beenden würde.“

Autor: Jan-Philipp Sendker

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1Q84

1Q84Ich bin ein sehr großer Murakami-Fan. Wie es dazu gekommen ist, weiß ich eigentlich nicht mehr. Vielleicht war es wieder eine Freundin, die mir damals „Gefährliche Geliebte“ in die Hände drückte und ich traurig war als ich es ausgelesen hatte. Murakami hat einen wunderbaren Stil, den er mit „1Q84“ durchbrochen und mit dem er mich fasziniert hat.

„Am Himmel standen zwei Monde. Ein großer und ein kleiner. Nebeneinander. Der große war der ihr vertraute alte Mond. Er war fast voll und gelb. Aber neben ihm befand sich ein weiterer Mond, der ihr ganz und gar nicht vertraut war.“

Autor: Haruki Murakami. Übersetzerin: Ursula Gräfe.

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Einsamkeit und Sex und Mitleid

Einsamkeit und Sex und MitleidZu Krausser kam ich nicht wie die Jungfrau zum Kinde, sondern weil meine ehemalige Deutschlehrerin, bei der ich damals Abitur gemacht habe, und die heute zu meinen besten Freundinnen zählt (übrigens auch jene, die mir Juli Zeh zu lesen nahelegte), mir in unseren nächtlichen Skype-Chats immer wieder von Krausser vorschwärmte. Ihrem Durchhaltevermögen ist es zu verdanken, dass ich Kraussers „Einsamkeit und Sex und Mitleit“ irgendwann doch gekauft habe und Kraussers bitterbösen und rabenschwarzen Humor, seinen Pragmatismus und seine Gesellschaftsstudien zu schätzen gelernt habe. Darauf folgten einige weitere Krausser-Bücher und mein Regal zählt eine kleine aber stattliche Sammlung.

Autor: Helmut Krausser

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Titanic Town

Titanic TownWährend meines Anglistik-Studiums eines der wichtigsten Romane, um den Nordirland-Konflikt zu verstehen. Die Geschichte ist eigentlich die Geschichte um Annie McPhelimy, die mit ihrer Familie in einer „No-Go-Area“ aufwächst, in der IRA und ‚Peace Liners‘ Tür and Tür miteinander leben. Eigentlich aber nur deshalb, weil ihre Mutter – eine starke Frau, die sich von nichts unterkriegen lässt – vielmehr im Mittelpunkt steht.

„It would be an exaggeration to say that the people became united, but they found common ground in their opposition tot he security forces.“

Autorin: Anne Devlin