52. Fünf Bücher von Kathrin Jurgenowski

Beim Zahnarzt hat Kathrin Jurgenowski als Kind nur dann den Mund aufgemacht, wenn sie sich danach ein Taschenbuch aussuchen durfte. Später ist sie passenderweise Buchhändlerin geworden – bevor sie sich als Lektorin und Autorin freischwamm. Derzeit schreibt sie ihre erste Kinokomödie, für die sie eine Förderung von der Film- und Medienstiftung NRW erhielt. Zum Zahnarzt geht sie inzwischen freiwillig.

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Fun Home

Diese autobiografische Graphic Novel über eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung ist so herzzerreißend tragisch und dabei so intelligent, dass man bis zum Ende hellwach bleiben möchte, um nur keine Nuance und literarische Anspielung zu verpassen.

Autorin: Alison Bechdel. Übersetzer: Sabine Küchler, Denis Scheck.

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Psychopathologie des Alltagslebens

Oh, the creepiness of human soul! Allein an Freuds präziser Feder kann man sich stundenlang erfreuen. Oft von glasklarer, feiner Ironie, in den düstersten Momenten das pure Grauen zwischen den Zeilen – ein intimes Gesellschaftsporträt aus der Zeit vor den Kriegen.

Autor: Sigmund Freud

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Die Korrekturen

Dieser Roman ist seit 2002 meine große, nahezu konkurrenzlose Liebe. Er erzeugt ein derart konzentriertes Glücksgefühl, wie es nur Geschichten können, die von nichts Weniger erzählen als von der Wahrheit.

Autor: Jonathan Franzen. Übersetzerin: Bettina Abarbanell.

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Vesper, Ensslin, Baader

Diese Lektüre ist anstrengend – Koenen meidet keinen Schachtelsatz. Aber wie er langsam und präzise die Lebenswelt einer widersprüchlichen Generation einkreist, ist unglaublich spannend. Seit ich es gelesen habe, meine ich, die deutsche Nachkriegsgeschichte etwas besser zu verstehen.

Autor: Gerd Koenen

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Die Sturmhöhe

Ohohohoh, das Buch meiner Jugend, es heult und seufzt immer noch schwindsüchtig vor sich hin. Ja, es ist melodramatisch und man kann über seine Ungezügeltheit streiten. Aber dieses Buch fegt dich weg, und wenn das nicht zählt, dann will ich nicht mehr lesen.

Autorin: Emily Brontë. Übersetzerin: Michaela Meßner.

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