46. Fünf Bücher von Eric Steinhauer

Eric Steinhauer war eigentlich schon immer Bibliothekar, denn seit er lesen kann, nutzt, ordnet und hortet er Bücher und Bibliotheken. Als Jurist, der er auch ist, schreibt und denkt er gerne über Bibliotheken und ihr Recht nach, was man auf seiner Homepage nachlesen kann. Daneben befasst er sich mit den dunklen Seiten der Bücherorte und hat neulich eine “Vampyrologie für Bibliothekare:“ geschrieben, damit die lieben Kollegen wissen, welch’ schrecklichen Gefahren sie zwischen den Regalen ausgesetzt sind.

Eric-Steinhauer

Sämtliche Gedichte von Gottfried Benn

Benn ist für mich der größte deutschsprachige Lyriker überhaupt, neben vielleicht Hölderlin, Celan und meistens Rilke. Besonders fasziniert mich seine Sprache, die mit wenigen, scheinbar leichten Wendungen abgründige Wortegebilde von großer Eindringlichkeit erschafft.

Autor: Gottfried Benn

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Das steinerne Herz

Das Buch schlechthin über archivische und andere Leidenschaften. Schmidt gelingt es außerdem, das Marginale und Provinzielle zu einem archimedischen Punkt der Weltbetrachtung auszubauen. Für den, der Sprache und Begriffe genug hat, wird auch ein Kleinstadtpostamt zur philosophischen Wandelhalle.

Autor: Arno Schmidt

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Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Was Richard Burton in seiner berühmten Anatomy of Melancholy mit unzähligen Zitaten aus den Staubwinkeln großer Bibliotheken kompiliert hat, Pessoa holt es aus seinem eigenen Inneren hervor und breitet es vor dem staunenden Leser aus. Das Buch der Unruhe bietet in einem unabgeschlossenen Selbstgespräch eine blendende Ästhetik der Resignation. Auch Pessoa gibt eine reiche Lektüre zu Protokoll, doch im Gegensatz zu Burton schöpft er nicht aus Büchern, sondern aus den Tiefen seiner eigenen „inneren Bibliothek“.

Autor: Fernando Pessoa. Herausgeber: Richard Zenith. Übersetzerin: Inés Koebel.

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Die Gespräche des Konfuzius

Die konfuzianische Sicht der Dinge bietet einen entspannten Blick auf gewisse Verhärtungen im westlichen Denken und ist dabei doch von einer beeindruckenden Formstrenge. Außerdem ist mir ein Weiser sympathisch, von dem es bei der Schilderung seiner asketischen Gewohnheiten heißt: „Nur beim Wein setzte er sich kein bestimmtes Maß, er ließ es aber nicht so weit kommen, dass sein Geist sich verwirrte.“

Autor: Konfuzius. Herausgeber & Übersetzer: R Moritz.

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Das Breviarium Romanum

Breviarium-RomanumDas ganze lateinische Abendland in einem Buch, das eigentlich eine Bibliothek ist, ein Kosmos aus Fragmenten, die zu immer neuen Textkonstellationen montiert werden, eine gotische Kathedrale aus Worten.