Clara Ott

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Clara Ott hortete jahrelang einen besonderen Schatz in ihrer Nachttisch-Schublade: Das Manuskript ihres Debütromans “Aufrüschbar“. Die 32-jährige Ostwestfälin hat früh mit dem Schreiben angefangen. Bereits mit 16 Jahren hat sie für ein Lokalblatt gearbeitet. Nach einem Intermezzo mit BWL-Studium wurde sie wieder Redakteurin, nun aber im Online-Bereich. Heute ist Clara Ott freie Journalistin und arbeitet für verschiedene Online- und Printredaktionen. Clara Ott lebt in Berlin.

Clara Ott

Liebe mit offenen Augen

Wenn zwei Menschen sich gegenseitig den Spiegel vorhalten, respektvoll und auf Augenhöhe sowie in vollem Bewusstsein ihrer selbst, dann ist das Liebe. Der argentinische Psychiater und Schriftsteller Jorge Bucay vermag es, in kleinen Geschichten große Wahrheiten zu erzählen. Zudem die schönste und nachvollziehbarste Definition von Liebe, die ich je gelesen habe. (Und die man jedem Mann leichtverständlich nahebringen kann.)

Autor: Jorge Bucay. Übersetzerin: Petra Willim.

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Wie man leben soll

Das wohl einzige Buch weltweit – außer Sachbüchern -, das konsequent in neutraler „man“-Perspektive geschrieben ist. Als ich das Buch über den unattraktiven Studenten Karl Kolostrum zu lesen begann, hätte ich nicht geglaubt, dass man das konsequent durchziehen kann. Man kann. Zudem beneide ich Thomas Glavinic um seine Idee, am Ende jedes Kapitels ein Resumé zu ziehen. Merke: Man muss ihn einfach verehren.

Autor: Thomas Glavinic

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The History of Love

Die wunderschön erzählte, überraschende Geschichte um den alten Mann Leo Gursky, die 15-jährige Alma Singer und das Buch „History of love“. Nicole Krauss webt die Parallelgeschichte so gekonnt, ohne dabei zu verwirren, dass der Leser das Buch herzergriffen zuklappt und sehnsüchtig auf das nächste wartet (wie das aktuellste Buch „Das große Haus“). Kein Wunder, dass sich Jonathan Safran Foer in sie verliebt hat.

Autor: Nicole Krauss

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Einfach losfahren

Was tun, wenn man merkt, dass das eigene Leben in die falsche Richtung läuft? Entweder kann man sein Schicksal hinnehmen – oder sein Leben in die Hand. Der italienische Schriftsteller (und zudem u.a. Schauspieler, Globetrotter und Radiomoderator) Fabio Volo lässt die beiden Freunde Federico und Michele, zwei Männer um die 30, in tiefe Sinnkrisen stürzen. Ein wirklich inspirierendes Buch, sein Leben und seine Lebenspläne einmal genauer zu überdenken. Auch über die Seiten dieses Buches hinaus.

Autor: Fabio Volo

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Der romantische Egoist

„Mein Leben ist ein Roman, der auf wahren Ereignissen beruht.“ Dieses Zitat aus dem zynischen Tagebuch von Oscar Dufresne bestärkt mich seit Jahren darin, Autorin werden zu können. Kein Schriftsteller schreibt mit dieser einzigartigen Mischung aus romantischer Ehrlichkeit und sarkastischem Pessimismus, wie Frédéric Beigbeder. Und seit ich ihn einmal zum Interview getroffen habe, weiß ich: er lebt, wie er schreibt. Diese Authentizität und öffentliche Bloßstellung der eigenen Gedanken verpacken andere Schriftsteller in Fiktion, Beigbeder steckt dagegen in all seinen Romanhelden. Ein romantischer Egoist eben.

Autor: Frédéric Beigbeder

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Bild: Moritz Thau